Wanderung zum Angelokastro
Nicht weit von Paleokastritsa entfernt liegt die hoch auf einem Felsen ca. 200 m steil über dem Meer liegende byzantinische Burgruine Angelokastro.
In früheren Zeiten diente dieser nahezu uneinnehmbarer Stützpunkt als Aussichtspunkt auf das Meer hinaus, um herannahende Gefahren wie Seeräuber zu
erkennen. Da sie aufgrund ihrer erhobenen Position auch noch in 20 km Entfernung in Korfu-Stadt sichtbar war, konnte diese häufig schnell gewarnt
werden. Auch von Paleokastritsa aus (links in der Meeresbucht) ist die Ruine am Horizont gut sichtbar und gibt ein schönes Ziel für eine Wanderung ab.
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Weiter von den Aussichtspunkten hin zum Angelokastro
Unsere Wanderung setzen wir an den Aussichtspunkten an der Bergstraße bei Lakones fort. Wir folgen
zunächst der Straße weiter bergauf durch ein Waldstück hindurch. Nach einigen Minuten gehen wir an
einem abwärts der Straße gelegenen noch genutzten Kloster vorbei. Auf der anderen Seite des Tals
können wir schon den mächtigen Felsen sehen, auf dem ganz oben die Ruine thront. Unser Weg führt
uns für einige weitere Minuten entlang der Straße in ein Gebiet mit dichten Olivenhainen hinein. Im Abstand von ca. einem Kilometer vor Makarades (die Häuser können noch nicht gesehen
werden, dürften jedoch nach Karte direkt hinter der nächsten Linkskurve liegen) wird die Straße von dem Corfu Trail gekreuzt (gelbes
Schild). Wir folgen diesem nach links direkt in den dichten Olivenhain hinein. Nach 10 minütiger
Verfolgung der auf Felsen, Steinen oder Mauern gemalten roten Punkte, gelangen wir in das auf der anderen Seite des Hains gelegenen Örtchen Krini. Von hier aus geht es
links weiter in Richtung Angelokastro. Nach weiteren 5 bis 10 Minuten kommen wir aus den rechts und links der
Straße gelegenen Olivenhainen hinaus auf die freie Hanglage und vor uns in voller Größe die Ruine auf ihrem
Felsen (Bild oben). Wir folgen der Straße das letzte
Stückchen bergab und können wenig später in einer Schleife den Weg über einen holprigen Steinpfad
abkürzen. Unten am Fuß des Felsens angekommen, ist es erst mal vorbei mit der Ruhe. Die beiden
Restaurants und ein großer Parkplatz lassen auch viele gehfaule Touristen bis hier her vordringen. Egal,
wir nehmen uns die Treppe am Zugang vor und ‘erklimmen’ den Felsen über einen gut ausgebauten
Weg bis hoch zur Ruine. Hier oben pfeift uns heftig der Wind um die Ohren - macht aber nichts: Auf dieser erhobenen Position gibt es einen phantastischen Rundumblick in die Nachbarschaft von Paleokastritsa. Die Buchten,
ja selbst unser Hotel (Bild) sind noch gut zu sehen. Bei klarer Sicht ist auch Korfu-Stadt fern am Horizont zu erkennen.
Nach einem Rundgang zwischen den Mauer- und Gebäuderesten der Ruine und
der Besichtigung der renovierten Kapelle an ihrer höchsten Stelle, machen wir uns wieder an den
einfachen Abstieg. In der Schleife unterhalb der Ruine gibt es noch nach rechts die Möglichkeit für einen
kleinen Abstecher auf die Felsen hinaus. Unten am Parkplatz angekommen wählen wir die Straße zurück nach Krini. Dort, wo wir aus dem Olivenhain auf die Straße gekommen sind, gehen wir weiter
zum Zentrum des kleinen Ortes und statten dem Supermarkt (Bild) einen keinen Besuch ab. Weiter nach Makarades geht es in nur
wenigen Minuten vorbei an der Kirche entlang der Straße. Hier ändert sich das bisherige Bild dramatisch: Makarades ist im Zentrum übersät
von kleinen und größeren Souvenierläden und Restaurants, vollkommen ausgerichtet auf täglich einfallende Touristenscharen.
Nach kurzem Rundgang durch die Geschäfte geht’s weiter leicht bergauf an einzeln stehenden Häusern vorbei in Richtung Vistonas. Hier
wird man an jeder Ecke von den Bewohnern angesprochen, die gerne ihre Waren wie Wein und Gewürze an die Frau und den Mann bringen
wollen. Eine kleine aufgeschwatzte Weinprobe nehmen wir gerne an. Weiter bergauf gelangen wir in einigen langgezogenen Schleifen an die Anfänge von Vistonas. Abkürzungen durch die Oliventerrassen
sind möglich, aber stellenweise schwer zu begehen da eindeutige Wege fehlen oder nicht mehr erkennbar sind. Den Straßenabzweig links in Richtung Prinilas lassen wir liegen und durchqueren Vistonas über die
einzige Straße. Bereits außerhalb gelangen wir über die Hochebene nach 10 Minuten an einen
Schotterweg, der uns rechts weiter leicht bergab führt. Kurze Zeit später erkennen wir links im Tal liegend ein großes aber inzwischen verfallenes Gewächshaus. Wir halten uns in seine Richtung und gehen
an der Stirnseite weiter geradeaus quer durch die kleine Plantage. Kurz bevor wir am gegenüber liegenden Hang
angekommen sind, müssen wir über ein kleines ausgetrocknetes Bachbett springen und gelangen auf einen schmalen Pfad. Hier
halten wir uns rechts und erreichen nach aufregenden 20 Minuten quer durch Olivenhaine und Wälder mit teilweise eng
gewachsenen Gestrüpp (Bild links) die Bergstraße kurz oberhalb von Lakones.
Für den Rückweg nach Paleokastritsa wählen wir eine weitere Alternative.
Diese führt uns zunächst hinter dem Zentrum Lakones’ unterhalb der Straße
durch die Gassen vorbei an dem markanten Kirchturm (Bild). Weiter bergab passieren wir die Dorfschule und - zurück auf der Straße - kurz danach ein
Restaurant. Nach der Aussicht an einer Linksschleife mit einer großartigen
Aussicht auf die Küste, gelangen wir in kurzer Zeit an eine senkrechte Felswand
zu unserer linken. Rechts unter uns liegen zahlreiche Olivenbäume. Hier betreten
wir links über die Straße den Zuweg einer Fußgängerunterführung. Relativ steil führt der folgende schmale Pfad an mehreren Hütten vorbei zu einer
Häuseransammlung von Paleokastritsa, bevor wir in der Nähe unseres Hotels
links vorbei an einem Supermarkt auf die bekannte Hauptstraße zurückkehren.
Der Rundweg von Paleokastritsa über Lakones zum Angelokastro ist nicht sehr anspruchsvoll,
da die man sich die meiste Zeit auf fahrbaren Straßen bewegt. Ein wenig Kondition ist (je nach
Alternative) für den Aufstieg erforderlich, Schwindelfreiheit am Angelokastro jedoch nicht. Man
kann sich diesen Rundweg mit all den Höhepunkten als Tagestour planen. Für die reine
Wegstrecke ohne Pausen und Besichtigungen ist mit 4 bis 5 Stunden zu rechnen. Möglichkeiten
zur Einkehr gibt es genügend, vor allem an den Aussichten in Lakones und in Makarades.
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