Wanderung zum Kloster Móni Panagia Arkoudíllas
An einem Tag wollen wir auch den weit entfernten Süden Korfu's
besuchen. Ziel ist neben einigen Abstechern zu Dörfern oder Stränden die Wanderung Nummer 21 aus unserem Sunflower Wanderführer. Diese wird
uns in die äußerste Südspitze in die Nähe von Kávos mit seinen vielen Bars und Clubs führen. In dem Gebiet Ákrotíro Asprókávos fernab
des lauten und turbulenten Treibens - wenn man hierfür überhaupt eine positive Umschreibung finden kann - liegt die Klosterruine Móni Panagia
Arkoudíllas führen (Bild rechts).
Von Paleokastritsa aus fahren wir schon recht früh am morgen los. Ab Messongi wählen wir die Alternative über die an der Ostküste gelegene
Gebirgskette. Die herrlich kurvige Bergstraße führt uns an Hlomos vorbei und gönnt uns bei der Abfahrt zurück in die Ebene noch eine herrliche Aussicht über den Süden Korfu's. Der Blick reicht vom Korission-See
über die ausgedehnten Strände bei Issos und Ag Georgios hinweg bis in den Südzipfel hinein.
Zurück auf der Hauptstraße in Richtung nach Kávos müssen wir irgendwo auf dem Weg dahin feststellen, daß sich die
Strecke ganz schön in die Länge zieht. Aus Sicht eines Autofahrenden wird es - mal von einigen Abwechslungen in den
Dörfern abgesehen - recht langweilig, bevor es auf dem Zubringer vor Kávos erst so richtig langweilig wird: Teilweise
schnurgerade Straßen ohne imposante Landschaft drumherum. Richtig ätzend wird es erst in Kávos. Hier verliere ich mal
keine Worte (jedes weitere wäre eine Verschwendung) und komme schnell zu unserem Ausgangspunkt der Wanderung. Dieser liegt am südlichen Ende des
häßlichen vom Tourismus gequälten Ortes hinter der Straßenkreuzung nach Pantatika. Ein kurzes Stück in diese Richtung befindet sich in einer
Linkskurve die Taverne Lay-By mit einem angeschlossenen kleinen Supermarkt (Schild), gegenüber der wir für unseren Wagen ein schattiges
Plätzchen direkt unter einem Baum finden. Die Wanderung führt dort direkt
rechts an der Taverne vorbei leicht bergauf in den Wald hinein. Ein braunes Schild mit ‘Móni Panagia’ weist uns den Weg. Erstaunlicherweise ist schon
nach 100 Metern vom überzogenen Tourismustroubel hinter uns nichts mehr
zu spüren. Der hält sich glücklicherweise den ganzen Tag am Strand auf. Hier beginnt eine glücklicherweise gänzlich
andere Welt mit viel Natur, Ruhe und Abgeschiedenheit.
Hinauf zum Kloster Móni Panagia Arkoudíllas Die Ruine des Klosters liegt unweit der südlichsten Spitze direkt am Kap Asprókávos ca. 100 Meter hoch über dem
Meer. Der anfänglich ebene Weg führt uns zunächst an einem kleinen Gebäude vorbei. Die Ziegenhaltung bleibt uns nicht
unbemerkt. Nach einem leichten Aufstieg erreichen wir auf einer Anhöhe eine Gabelung an der wir unseren Weg weiter
nach links folgen. Rechts hinunter geht es zum Strand Arkoudíllas. Über diesen breiten Weg werden wir später zurückkehren.
Unser Weg führt kurze Zeit später aus dem Wald heraus auf teilweise offene Wegabschnitte. Ohne weitere
Abzweigungen geht es nun über betonierten Untergrund vorbei an einer Müllhalde (weggucken!) und etwas steileren
Stücken stetig bergauf. Das Ende dieses eher unschönen Abschnittes wird durch einen großen Platz markiert, auf dem
deutlich LKWs und Planierraupen ihr Unwesen getrieben haben - ein negatives Beispiel für den Umgang mit der Natur. Die Fahrzeuge sind wohl auch der Grund, warum eine Betonpiste hier hoch angelegt worden ist.
Unsere weitere Wanderung führt jetzt wieder über einen schmaleren und
holprigeren Weg in den Wald hinein. An der nächsten Gabelung halten wir uns links. Der Weg scheint hier zur linken Seite hin befestigt zu sein. Was wir hier
noch nicht wissen können, ist der ca. 2 Meter hohe Wall mit seiner engen Bepflanzung die Grenze zum steilen Kap Asprókávos. Wie es hinter dem
dichten Grün aussieht, wird besonders an einer freien Stelle klar: Es geht jenseits des Walls ziemlich steil bergab
(Bilder). Wer ganz hinaufklettern will, muß sehr genau aufpassen!
Einige Minuten später erreichen wir unvermittelt unser Ziel: Die Ruine Móni Panagia Arkoudíllas. Rechts ein kleines Stückchen unterhalb des Weges ragt zwischen den hochgewachsenen Bäumen
der beindruckende und gut erhaltene (oder ist er renoviert?) Turm hervor. Eine der zwei Kapellen soll von Zeit zu Zeit
noch benutzt werden.
Nach kurzer Verschnaufpause zwischen den Gebäudeteilen, Mauerresten und
Treppenaufgängen setzen wir unseren Weg in Richtung Meer fort (Bild rechts).
Wir folgen dem schmalen Pfad auf der Rückseite des Klosters in den Wald hinein. Dieser führt uns durch dichtes Grün durch ein dem Meer abgewandten
Tal hinab. Der Weg ist mal mehr mal weniger steil, aber insgesamt nicht besonders schwer. In der Talsole müssen wir durch dichtes Gestrüpp hindurch
einen kleines ausgetrocknetes, aber noch immer rutschiges Flußbett überqueren. Wo auf der einen Seite noch Reifenspuren von wagemutigen
Geländewagenfahrern zu sehen waren (der Weg hat teilweise einen halben Meter tiefe Erosionsnarben!) müssen wir uns
jetzt durch das Gestrüpp hindurch bücken, um auf die 10 Meter höhere Trasse des vor uns liegenden Weges zu
gelangen. Dieses muß die Straße in Richtung des Strandes sein: Ausgebaut, befestigt und an manchen Stellen mehr als 10 Meter breit.
Für einen Ausblick gehen wir in Richtung Strand Arkoudíllas Beach, an dem
wir schon nach ca. 5 Minuten gelangen. Er liegt ziemlich einsam und verlassen zwischen den umliegenden Berghängen. Für ein Bad können wir uns nicht
entschließen und treten nach kurzer Zeit unseren Rückweg an. Entlang der Straße gelangen wir in etwa 20 Minuten - die meiste Zeit durch die pralle
Sonne - zurück an die oben bereits erwähnte Weggabelung. Nach weiteren 10 Minuten sind wir durch das letzte wesentlich angenehmere Waldstück zu
unserem Ausgangspunkt an der Taverne Lay-By zurückgekehrte.
Diese Wanderung ist als leicht zu bezeichnen. Einige ansteigende Wegabschnitte
führen durch die pralle Sonne. Abgesehen vom Abstieg nach der Klosterruine
verläuft der Weg ausschließlich über ausgebaute Wege oder Straßen. An reiner
Wanderzeit ist mit ca. 2 bis 2,5 Stunden zu rechnen. Möglichkeiten zur Einkehr gibt es in Kávos anscheinen ausreichend, wir aber sehen, daß wir dort schnell an Land
gewinnen. Ein aus dem Auto heraus geschossenes Bild muß als Erinnerung an diesen Ort ausreichen.
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