Rundweg von Port de Sóller über Sóller und Fornalutx
Um auf kurzem Weg von Port des Sóller nach Sóller zu kommen, gibt es nur die eine Möglichkeit an der
viel befahrenen Hauptstraße entlang parallel zur kleinen Bahnstrecke. Eine deutlich längere Alternative über die Finca Son Mico
(ca. 4 Stunden) ist hier beschrieben, die Beschreibung des
Einstiegs in den etwas längeren Weg nach Sóller (ca. 60 Minuten) rechts der Straße verlaufend befindet sich hier. Nach ca. 30 Minuten Fußmarsch entlang der Straße in Sóller angekommen, ist für uns klar, daß wir das nächste
mal für diesen Weg nur noch die urige elektrische Straßenbahn aus dem Jahr 1929 benutzen würden, die
den Hafen in “nur 10 Minuten” mit dem Bahnhof und dem Zentrum von Sóller verbindet. Von dem Bahnhof aus fährt auch der Rote Blitz - eine ebenso alte und urige, jedoch größere und komfortablere Nostalgiebahn
(Bild unten) - durch jede Menge Tunnel und über ein paar Haltepunkte (z.B. Bonyola) direkt ins 27 km entfernte Palma.
Der Marktplatz in Sóller, der Plaza Constitucion - nur 2 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt - hat eine
phantastische und von mir noch nie zuvor erlebte Atmosphäre. Eine übersichtliche schräg geneigte Fläche, von Geschäften, Cafés und Restauran ts umringt. Auf dem Platz selber gibt es unter Bäumen die Möglichkeit
zu rasten und die Atmosphäre auf sich einwirken zu lassen und zu staunen, wenn die Bahn alle
Viertelstunde quer über den Platz unter den Bäumen an den Touristen direkt an einigen Tischen vorbei
quietscht (Bild oben). Auf der oberen Seite des Platzes befinden sich die Fassaden der Kathedrale,
des Rathauses und einer Bank, zwischen denen enge Gassen hinauf in Richtung Bahnhof führen. Durch eine dieser Gassen führt auch die kleine
Nostalgiebahn, der man hier dann auch schon einmal zu Fuß ein wenig Platz machen muß. Alles in allem bietet der Plaza Constitucion einen idealen Ausgangs- oder Endpunkt für zahlreiche Wanderungen r und um Sóller und der phantastischen Natur.
Von Sóller nach Fornalutx Vom Marktplatz aus führt eine lange gerade und enge
Geschäftsstraße in Richtung Biniaraix. Viele der kleinen und zum Teil sehr engen Geschäfte laden auf einen keinen Besuch
ein. Einige hiervon sind renoviert und halten einem modernen Standard durchaus stand, jedoch ohne dabei den südlichen Flair
zu verlieren. Am Ende der Gasse lassen wir zunächst eine breite Brücke links liegen und folgen der Straße weiter geradeaus an
einigen Häusern vorbei. Schon bald erkennen wir weiter oben vor den Bergmassiven gelegene kleine Ortschaft Biniaraix. Nach einer Weile führt die
Straße an einem Linksknick über eine weite re steinerne Brücke auf die andere Seite des Flusses Torrent de Barrancs. Geradeaus wird eine Sackgasse angezeigt (Bild oben).
Direkt hinter der Brücke nach rechts geht es auf der anderen Seite des Flusses nun deutlich bergauf weiter. Nach etwa 1 km gelangen wir nach Biniaraix, das am Fuße der gleichnamigen Schlucht liegt.
Direkt am Ortseingang führt nach links ein Treppenweg zwischen den ersten Häusern hindurch, nach rechts die Straße hoch zum zentralen
Platz. Oben angekommen kann man in dem Cafe Bar Bodega (Bild links) ein wenig verschnaufen oder sich ganz einfach auf die Mauer in
den Schatten eines uralten Baumes setzen.
Der Weg führt rechts an der Kirche vorbei hinauf durch eine enge
Häusergasse bis zu dem kleinen markanten Waschhaus (Bild unten). Hier befinden wir uns an einer Stelle
mit insgesamt 3 Wander-Alternativen. Zwei davon führen nach Fornalutx und werden im Folgenden
beschrieben. Die dritte Alternative rechts über einen schmalen Schotterweg führt hinauf zum phantastischen Weg des Barranc de Biniaraix.
Nach Fornalutx: Der direkte Weg über die Straße
Die kurze und weniger anstrengende Alternative nach Fornalutx folgt an der Kreuzung links der Straße und mündet nach ca. 1 km
auf die Direktverbindung zwischen Sóller und Fornalutx. Leider wird diese für Wanderer von zu vielen Autos befahren. In den
zahlreichen und unübersichtlichen Kurven sollte man häufig die Seite wechseln um besser einsehen zu können und natürlich auch um
besser gesehen zu werden. Der Anstieg nach Fornalutx führt uns entlang an Mauern der Felder und des kleinen dafür aber tief
eingeschnittenen Flußtals. Bei den ersten Häusern entkommen wir
dem häufigen Hin und Her der Straße über einem Fußweg zur linken Seite hoch. Weiter zwischen den
Häusern hindurch stetig nach oben sind wir schon nach weniger als 5 Minuten auf dem herrlichen Marktplatz Placa d'Espanya von Fornalutx. Für diese direkte jedoch weniger reizvolle Verbindung kann man etwa 25
Minuten veranschlagen.
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Nach Fornalutx: Die Alternative mit weitem Ausblick
Die anstrengendere, aber deutlich interessantere Alternative führt die geteehrte schmale Straße hinter dem
Waschhaus hinauf. Sie führt uns in zahlreichen Kurven stetig das Gebirge hinauf und gibt immer wieder den Blick auf Fornalutx frei. Zu Beginn, wo Fornalux noch "oben auf dem Berg" liegt, ändert sich die Aussicht
nach und nach in eine A ufsicht auf die Dächer des Ortes. Am Ende des Anstiegs über die Straße - ungefähr
der nächste Punkt zu Fornalutx - weist uns ein Schild links über einen Fußweg den Weg hinunter (Bild). Hier auf dieser
Höhe etwa 150 Meter oberhalb kann man sogar auf einige Treppenwege und Plätze hinunterschauen. Der teilweise
geröllige und manchmal steile Fußweg führt uns in etwa 20 Minuten durch Olivenhaine hindurch nach Fornalutx. Wir
treffen auf eine schmale Straße unterhalb des auffälligen Parkdecks an der Zufahrtstraße zur C710. An der
Straßengabelung halten wir uns nach rechts hinauf zum Marktplatz. Für diesen mit großartigen Aussichten bestückten
Alternativweg von Biniaraix nach Fornalutx benötigt man insgesamt etwa 50 Minuten.
Der kleine Ort Fornalutx Im Zentrum von Fornalutx, auf dem schönsten Dorfplatz, den wir
auf Mallorca kennen, den Placa d'Espanya (Bild rechts), findet man einige Cafés, natürlich die Dorfkirche und ein Kloster, sowie
einige kleine Geschäfte. Das malerische Bergdorf hat einen wirklich eigenen Charakter, der neben seinen Häusern durch seine
verwinkelten Treppengassen und stillen Gäßchen bestimmt wird. Direkt neben der Kirche und den benachbarten Gebäuden führen
teilweise lange Treppen unterbrochen von treppenlosen Wegstücken an wunderschön anzusehenden alten Gebäuden vorbei
hinauf an den oberen Rand von Fornalutx (Bild unten). Hier noch ein wenig Historie zusammen mit Eindrücken aus unseren
Wanderbüchern: Dem Na men nach eine maurische Gründung, die durch ihr von den charakteristischen
Stufengassen geprägtes Ortsbild besticht. Die Pfarrkirche stammt aus dem 17. Jh. und enthält ein sehenswertes hölzernes
Marienbild. In der mehrere Male als schönstes und gepflegtestes Dorf Spaniens ausgezeichneten Ortschaft scheint die Zeit
stehengeblieben zu sein. Allein die Lage des Dorfes inmitten der Orangen- und Zitronenplantagen und der beeindruckenden
Bergkette der Sierra de Alfabia ist unvergeßlich. Fernab vom Meer auf der Südseite des Berggiganten Puig Majors (1445m),
stehen idyllische Häuser, die bei vielen Touristen hoch im Kurs stehen. Rund um den Ortskern ziehen sich Olivenhaine und
Orangenbäume, so weit das Auge reicht. Die Araber haben das Land rund um Fornalutx in einen Terrassengarten verwandelt,
durch den schmale Wanderwege und gepflasterte Steige zu den benachbarten Weilern Binibassí und Biniaraix führen, beides
ähnliche Bilderbuchdörfer wie Fornalutx.
Über Binibassí zurück nach Sóller Für den Rückweg nach Sóller haben wir beim
letzten Besuch eine zweite und deutlich schönere Alternative entdecken können. Daher brauchen wir den Weg zurück über die Straße und dann
etwa nach 500 Metern hinter der Straßengabelung von/nach Biniaraix rechts hoch zu den Gebäuden von Binibassí gar nicht
mit weiteren Details zu beschreiben.
Stattdessen legen wir allen die folgende Route ans Herz, die über einen alten Verbindungsweg zwischen Fornalutx und Binibassí auf etwa konstanter Höhe verläuft. Dazu queren wir zunächst den Placa
d'Espanya in die enge Häusergasse hinein und halten uns an der nächsten Abbiegung nach rechts auf den Weg Alberti Arbona. Diesem
folgen wir auf gleicher Höhe und passieren nach etwa 400 Metern einen Sportplatz. Das Bild oben zeigt hier einen Blick zurück auf die letzen
Häuser von Fornalutx mit der imposanten Bergkette im Hintergrund. Wir folgen dem zunächst noch schmalen geteerten Weg (Bild links) und
halten uns später an die Abzweigungen auf Schotter und schmalen Pfaden, deren Schilder uns in Richtung Sóller weisen. Nach insgesamt
etwa 20 Minuten erreichen wir über einen von Mauern eingefaßten Weg hinab die wenigen Gebäude von Binibassí. Auch hier gibt es noch mal
ein imposanten Blick zurück nach Fornalutx und hinunter auf das Sóller-Tal (Bild unten).
Von Binibasí nach Sóller Selbst wenn es vor dem obern Gebäude Binibassís so aussieht, als müßten wir
umkehren, gehen wir erst zwischen, dann rechts um die Gebäude herum auf einen schmalen Gehweg, der uns von Büschen und Bäumen
begrenzt wieder ins Tal auf Sóller zu herabführt. Leider endet dieser schöne Weg schon nach
relativ kurzer Zeit wieder in einer Straße mitten in Olivenhainen. Hier halten wir uns weiter bergab in Richtung auf das weithin sichtbare
Fußballstadion. Von hier können wir in wenigen Minuten das Zentrum von Sóller erreichen.
Abschlußweg von Sóller nach Port de Sóller
Da wir uns für einen etwa einstündigen Weitermarsch bis nach Port de Sóller entschieden haben, gehen wir in Sóller nach rechts um das Fußballstadion herum auf das Sportübungsgelände Poliesportiu zu. Dieses
liegt auf einer Anhöhe mit der Hauptzufahrt direkt an der Bergstraße C710, die von Sóller nach Sa Callobra, Pollenca und Lluc führt. Dazu halten wir uns etwa 200 Meter nach dem Stadion an der nächsten
Abzweigung nach rechts über eine von Mauern eingefaßte enge Straße. Leicht erhöht bekommen wir eine Aussicht zurück auf Sóller. Nach etwa einem Kilometer geht es an dem nächsten Abzweig erneut nach
rechts hinauf zum Poliesportiu und der C710.
Diese Straße überqueren wir direkt in einen ungeteerten Weg, der nach einer Schleife zunächst in einen
schmalen Fußweg entlang von Feldern führt und später in eine weitere kleine Straße mündet. Hier halten wir
uns rechts den Berg hinauf und sind von nun an bis hin nach Port de Sóller nur noch in grüner Natur. Weiter
geht es zwischen zwei kleineren Bergkuppen hindurch. Das bald vor uns liegende Gatter - obwohl durch ein
Schild als `privat´ markiert - lassen wir hinter uns und gehen nach ein paar Minuten an einigen Häusern
vorbei. Nach kurzer zeit gelangen dann an ein zweites Gatter auf die andere Seite des Geländes an einem kurzen Anstieg.
Nach weiteren 2 km kommen wir auf eine geteerte Straße, auf der wir links durch das Tal bergab auf Port de Sóller zugehen. Vor einer scharfen
Rechts-Linkskurve befindet sich ein großer, schöner Gutshof, die Finca Can Bardi (Bild). Hier sollte man
- falls nicht zu spät - unbedingt auf ein frisch gepreßtes Glas Orangensaft einkehren und im Garten des
Gebäudes die mediterane Gartenflora genießen. Ein Blick, vielleicht sogar ein kurzer Rundgang durch die
Eingangshalle des Gehöfts, bleibt einfach unvergeßlich. Nach weiteren 2 km ist unser Rundweg abgeschlossen und wir befinden uns wieder in Port de Sóller.
Dieser beschriebene Rundweg ist nicht sehr anspruchsvoll und man kann sich daher als Tagestour
geplant sehr viel Zeit für die Besichtigung in Sóller und Fornalutx nehmen. Für die reine Wegstrecke
ohne Pausen und Besichtigungen ist je nach Variante mit etwa 4 bis 5 Stunden zu rechnen. Einkehrmöglichkeiten gibt es in Sóller, Biniaraix und Fornalutx.
Der beschriebene Abschlußweg zwischen Sóller und Port de Sóller kann auch bei anderen Wanderungen rund um Sóller mit etwa einer Stunde Aufwand als Rückweg genommen werden.
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